70 Jahre FDP Schwaben – Festakt in Augsburg mit prominenten Rednern

 

Eine hochkarätige Reihe von Ehrengästen konnte Stephan Thomae, der Bezirksvorsitzende der FDP Schwaben, am vergangenen Sonntag begrüßen, als die schwäbischen Liberalen in Augsburg ihr siebzigjähriges Bestehen feierten. Das Credo der Liberalen sei, so Thomae in seiner Begrüßungsrede, dass der Staat nicht jedem das Gleiche zuteilen müsse, sondern die Voraussetzungen dafür schaffe, dass jeder das zu ihm Passende finden und erreichen könne: nicht allen das Gleiche, sondern jedem das Seine.

 

Als wohl prominenteste Grußwortrednerin widmete sich die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger den rechtspolitischen Herausforderungen, die unserer Gesellschaft dadurch entstehen, dass durch Flüchtlingswellen, aber auch durch die ganz normalen und regelmäßigen Migrationsströme immer mehr unterschiedliche Wert- und Rechtsvorstellungen aufeinanderstoßen. Einerseits könne eine Rechtsordnung keinen Rabatt geben und kein Auge zudrücken, nur weil jemand sich mit der Integration schwer tut. Andererseits sei es auch etwas völlig Natürliches, dass das Recht einem beständigen Wandel unterworfen sei. Das Recht müsse darauf reagieren und könne auch einen Beitrag dazu leisten, dass interkulturelle Begegnungen besser gelingen, gleichviel ob diese Begegnungen mit Flüchtlingen aus islamischen Ländern stattfinden oder mit Wirtschaftsunternehmen aus Amerika oder China.

 

Der Europaabgeordnete Michael Theurer, Vorsitzender des einflussreichen Haushaltskontrollausschusses in Brüssel, erläuterte den Wert Europas anhand einer kleinen Anekdote: Der neue amerikanische Präsident hatte in einer seiner bisweilen wundersamen Kurzmitteilungen erklärt, die EU sei zum Schaden der US-Industrie erfunden worden; deshalb werde er künftig keine Deals mit der EU mehr schließen, sondern mit jedem Land in Europa einzeln verhandeln, um die die Interessen der amerikanischen Wirtschaft leichter durchzusetzen. Spätestens dies, so Theurer, müsste doch jedem Europäer klar werden lassen, wenn es die Europäische Union nicht schon gäbe, müsste man sie jetzt erfinden.

 

Daniel Föst, Generalsekretär der FDP Bayern und ihr Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl, kritisierte dass die immer noch stärker zunehmende Regulierung die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft gefährde. „Die FDP ist keine Partei des ungezügelten Kapitalismus“, führte er aus, „aber davon sind wir doch auch weit entfernt. Auch in der sozialen Marktwirtschaft brauchen gerade die Mittelständler unternehmerische Freiheit, um den Menschen in der Region Arbeit zu geben. Denn die Stärke des Mittelstandes ist seine Flexibilität, und die gerät durch immer mehr manchmal unsinnige Bürokratie und unnötige Regulierung in Gefahr.“

 

Monika Müller und die Ehrenbezirksvorsitzende der FDP Schwaben Gisela Bock gaben eine bebilderte Rückschau auf 70 Jahre schwäbische FDP, und Bezirksrat Manfred Buhl zog in der Maske des „Hausmeisters“ der schwäbischen Liberalen ein launiges Resümee der Veranstaltung. Die musikalische Umrahmung lieferte das Zitherduo „Drahtseilakt“ mit dem Geschwisterpaar Monika und Stephan Müller.


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